Category: Open Source

Version Eye streckt die Flügel

Es ist immer schade, wenn ein angesehener Mitstreiter den Markt verlässt. Robert hat mit Version Eye das Thema Versionierung von Open Source Bibliotheken seit 2011 besetzt. Er hat eine große Community aufgebaut und – wie auch in seinem Blog beschrieben – einige Unternehmenskunden gewinnen können. Eine beachtliche und starke Leistung für eine Einzelperson bzw. sein kleines Team.

Zwar hat er in den letzten Jahren vermehrt auch in den Bereich Lizenzprüfung investiert, jedoch hat er mit seinen Kunden scheinbar keinen Weg gefunden, die Sache wirtschaftlich erfolgreich zu gestalten.

Was tun?

Was nun aber tun? Angenommen, die Prozesse sind auf Version Eye eingespielt, jedoch ist ab November, bzw. spätestens Ende Dezember nicht mehr mit der Fortführung zu rechnen.

Wir bieten interessierten Kunden an, für sie die Version Eye-Crawler nach Absprache für einige Monate in unserem Frankfurter Rechenzentrum weiterzubetreiben. Nach Rücksprache mit Robert lässt sich das einfach arrangieren, ohne dass auf Kundenseite viel zu tun ist. In dieser Zeit unterstützen wir Sie auch gerne dabei, einen neuen, für Ihren BEdarf geeigneten Weg zu identifizieren. Gerne stellen wir Ihnen auch unsere Open Source Compliance-Lösung ECS vor.

ECS fokussiert License-Compliance. Neben den OS-Komponenten lassen sich auch Infrastrukturkomponenten (DBs, MQs, etc.) verwalten, Releases einfrieren und Freigabeprozesse auditfähig dokumentieren. Zudem verfügt ECS über eine Logik, die es ermöglicht, die Eignung von Lizenzen auf einen Awnendungskontext zu prüfen und die resultierenden Anforderungen in Form eines Obligations-Reports abzufragen. SPDX Export und Bill of Materials APIs unterstützen die erforderliche Dokumentation.

Probieren Sie es aus oder sprechen Sie uns an!

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Vorteile aus Open Source konsequent nutzen

Oft wird hierzulande der Begriff “Open Source” nur mit lizenzfreier Software in Verbindung gebracht. Das ist aber nur eine sehr beschränkte Sicht. Dieser Artikel beleuchtet kurz weitere Vorteile und Chancen, die sich durch gezielten Einsatz von die Open Source für Unternehmen ergeben.

Dass Open Source die Kosten für die Beschaffung von Software reduzieren helfen kann, ist inzwischen allgemeinhin akzeptiert. Neben Geschwindigkeit und Kostenreduktion durch die Nutzung von Open Source Komponenten existieren noch andere Vorteile. Auch die Anwendung entsprechender Prinzipien innerhalb des eigenen Hauses oder die Bereitstellung eigener Entwicklungen in Form von Open Source-Projekten birgt vielfältige Vorteile.

Inner Source als Sonderform des Open Source

Ein möglicher Aspekt ist es, Entwicklungen im eigenen Hause in Form von Open Source-Projekten oder sogenannten “Inner Source” zu organisieren.

Dabei werden die internen Projekte organisiert und behandelt wie Open Source Projekte: ein für die “Unternehmens-Öffentlichkeit” zugängliches Repository, öffentlich zugängliche Dokumentation, ggf. Ticketsystem für Bugs und Pull-Requests von beliebigen Kontributoren, etc.; sie verbleiben jedoch innerhalb der Organisation. Das bedeutet, die Sourcen werden der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung gestellt, sind innerhalb der Organisation jedoch für alle Entwickler sichtbar.

Diese Vorgehensweise mag auf den ersten Blick befremdlich wirken, geht aber oft mit einer erheblichen Qualitätsverbesserung des Codes einher. Ein Treiber dabei ist der persönliche Antrieb, nicht den Ruf eines schlechten Coders zu erhalten. Auch können Konsumenten des Systems zur Qualität beitragen, indem sie die für sie dringlichen Themen selbst analysieren und entspechende Fixes einstellen.

Analog dazu wird es für die Konsumenten von APIs möglich, das Zustandekommen von Rückgabewerten zu verstehen und somit Fehler in der Interpretation zu vermeiden. Zudem lässt sich die Mehrfachentwicklung von Routinen für gleiche Aufgabenstellungen über Entwicklunsgsteams hinweg reduzieren; eine gute Suchoption vorausgesetzt.

Natürlich stellt diese Form der “Öffnung” auch neue Herausforderungen an die Entwicklungsteams. Der Aufwand an Dokumentation  – was ein gewünschter Nebeneffekt sein kann – und die Transparenz über das, was in den jeweiligen Teams passiert, erhöhen sich. Das kann bereinigend und positiv auf die Unternehmenskultur wirken, Silodenken reduzieren und Budget-Druck verändern.

Opensource für unliebsame Pflichtaufgaben

In einem weiteren Schritt ist es auch denkbar, unliebsame aber erforderliche Aufgaben in offene Projekte zu stecken, um sie über die Unternehmensgrenzen hinweg verfügbar zu machen. Das stärkt das Bil des Unternehmens als Innovationstreiber, hilft aber auch, die typischerweise knappen Entwicklungsressourcen durch externe Leidensgenossen aufzustocken.

Diese Denkweise  ist recht undeutsch, aber effektiv. Beispielsweise hat Zalando die Aufgabe in einer Micro-Service-Umgebung eine effektive und sinnvolle Frontend-Architketur zu entwicklen als notwendige, aber im Sinne der eigenen Differenzierung wenig hilfreiche Aufgabe erkannt. Daher hat man sich entschieden, tailor als Open-Source-Projekt zu gestalten. Nun ist die Schlagkraft für dieses Thema nicht mehr nur auf  die eigenen Entwickler beschränkt, die Zanlando dafür bereitstellen könnte. Da die Thematik fast alle Micro-Service-Nutzer trifft, besteht ein wesentlich größeres Entwicklerpotential, um das Thema qualitativ voranzubringen.

Um ein Projekt erfolgreich einzurichten, ist es wichtig, dass das Projekt nicht bei Null anfängt. Sind sinnvolle Ansätze vorhanden, die auch Dritten einen Nutzen bieten, ist das Thema hinreichend relevant und wird darüberhinaus etwas in die Öffentlichkeitsarbeit investiert, kann so ein Ansatz sehr erfolgreich werden.

Als netter Nebeneffekt wird das Unternehmen in der einschlägigen Community bekannt und gewinnt gleichzeitig an Attraktivität als Arbeitgeber für Entwickler. Es schlägt also mehrere Fliegen mit einer Klappe:

  • Eine notwendige Aufgabe wird mit mehr Kapazität erledigt, als zu bezahlen ist
  • Es entsteht ein Zugang zu potentiell mehr Knowhow und Innovationskraft
  • Die Attraktivität als Arbeitgeber in der einschlägigen Community erhöht sich
  • Im Erfolgsfall wirkt dies positiv auf die Wahrnehmung der Innovationskraft des Unternehmens

Um jedoch diese Vorteile zu erschließen, sind auch einige rechtliche Voraussetzungen zu schaffen, damit nicht plötzlich Urherberrechtsklagen auf den Benutzer der so geschaffenen Open Source Lösungen hereinprasseln. Hierzu werden üblicherweise sogenannte “Contributor Agreements” geschlossen.

Die Liste der Vorteile und Heruasforderungen lässt sich noch fortsetzen. Anhand der vorstehenden bemerkungen sollte jedoch klar werden, dass Open Source als strategische Option in das Handlungsportfolio jedes erfolgsorientierten Unternehmens gehört.

Klares Rollenverständnis Voraussetzung für effektiven Einsatz

Um die Chancen für das Unternehmemn zu nutzen und die Risiken zu beherrschen hat EACG mit seinem Legal-Partner CMS drei Schulungen konzipiert, welche den Informationsbedarf der wichtigsten Rollen adressieren:

Rollen

Detaillierte Informationen zu den Inhalten der Schulungen finden Sie in dieser Präsentation oder unter den nachstehenden Links:

Für Fragen zu den Trainings oder zur Gestaltung von Open Source Strategien für Ihr Unternehmen kontaktieren Sie uns.